Buddhistische Begriffe
Aug 26th, 2007 by Lars
Hier moechte ich ein paar Begriffe und Persoenlichkeiten erlaeutern, die im Tibetischen Buddhismus eine bedeutende Rolle spielen. Da ich in vorangehenden Berichten bereits einige dieser Begriffe benutzt habe und bestimmt noch oefters benutzen werde, fand ich eine kurze Erklaerung fuer sinnvoll, besoders da wohl nicht alle Leser mit Buddhismus vertraut sind.
Buddha: Bezeichnet im Buddhismus jemanden, der Erleuchtung erlangt hat. Siddhartha Gautama (Sakyamuni Buddha) lebte vor etwa 2500 Jahren und lehrte als Buddha das Dharma und wurde damit der Begründer des Buddhismus.
Dharma: Die Lehre des Buddhismus
Karma: Gesetz von Ursache und Wirkung, wichtiger Bestandteil der Buddhistischen Lehre, jede Tat (auch aus vorherigem Leben) bewirkt eine bestimmte Reaktion und man erntet, was man selbst gesaet hat.
Samsara: auch das Rad des Lebens genannt, endloser Kreis des Wiedergeborenwerdens in einem der 6 Realm (Realm der Menschen, der Tiere, der Geister, der Goetter, der Halbgoetter und der Hoelle)
Gompa: Gebetshalle in einem Tempel
Puja: Eine Buddhistische Zeremonie, vergleichbar mit einer Messe. Kann von Stunden bis Tage dauern.
Stupa: Ein Gebilde, welches heilige Relics, Inschriften und Gegenstaende verstorbener Lamas enthaelt. Wird im Uhrzeigersinn umlaufen.
Lama: Moench, der als Lehrer taetig ist.
Kata: weisser Seidenschal, wird zum Abschied als Zeichen fuer eine gute Reise ueberreicht oder als Gabe fuer einen hohen Lama
Thanka (Tangka): Ein Buddhistisches Gemaelde gemalen auf Seide.
Mala: Gebetskette, enthaelt 21 oder 105 Perlen oder Ringe
Kora: Das Umlaufen heiliger Objekte oder auch Tempelanlagen
Nirvana: Befreiung aus dem ewigen Kreislauf des Wiedergeborenwerdens
Bothisattva: Eine erleuchtete Person, die es aufgrund des Mitgefuehl fuer andere auf das Nirvana verzichtet und stattdessen zurueckkehrt, um anderen den Weg aus Samsara zu zeigen (Dalai Lama ist bloss eines von vielen Beispielen eines Boddhisattvas)
Wiedergeburt: kaum in wenigen Saetzen zu erklaeren, doch einfach gesagt, stirbt beim Tod nur der Koerper. Ein Teil des Geistes besteht nach dem Tod weiter und wird je nach Karma (postitiv oder negativ) in einem der 6 Realm wiedergeboren.
Buddhismus wird in zwei, bzw. drei Schulen unterteilt, wovon jede eine etwas andere Interpretation der urspruenglichen Lehre hat.
Theravada: das kleine Fahrzeug, aelteste Schule des Buddhismus (Thailand, Myanmar, Cambodia, Indien)
Mahayana: das grosse Fahrzeug, Weiterentwicklung der Buddhistischen Lehre (Japan, Korea, China)
Vajrayana: Tantra, schnelle Fahrzeug, wobei Teravada und Mahayana ebenfalls gelert werden (Tib. Buddhismus)
Im Tibetischen Buddhismus gibt es vier Sekten: Nima, Sakya, Kagyu und Gelupa
Hier eine Uebersicht der wichtigten Persoenlichkeiten des tib. Buddhismus.
Dalai Lama: Spiritueller und politischer Leader der Tibeter und Oberhaupt der Gelupa Sekte. Der 14. Dalai Lama musste 1959 aufgrund der chinesischen Invasion ("friedliche Befreiung") aus Tibet fluechten und lebt seither im Exil in Dharamsala (Indien).
Panchen Lama: Die Nummer zwei im tib. Buddhismus, rechte Hand des Dalai Lama. Eine etwas traurige Story. Nachdem der 10. Pachen Lama 1992 gestorben war, wurde einige Jahre spaeter seine Wiedergeburt gefunden, welche von Dalai Lama anerkannt wurde. Wenige Tage danach wurde der nicht mal 6 Jahre alte Bub von der chinesischen Regierung gefangengenommen und man hat seither nichts mehr von ihm gehoert. Niemand weiss, ob er noch am Leben ist oder nicht. Die chinesischen Behoerden zeigen ihn trotz draengen der UN nicht. Kurz nach der Gefangennahme bestimmte die chinesische Regierung ihren eigenen Panchen Lama (ein Kind zweier Parteimitgleider). Ziel der Regierung ist es, nach dem Tod des jetzigen Dalai Lamas ihren eigen Dalai Lama zu bestimmen, da laut Tradiion nur Panchen Lama die Faehigkeit hat, die Wiedergeburt des Dalai Lama offiziell anzuerkennen. Die Tibeter akzeptieren den gefaelschten Panchen jedoch nicht.
Karmapa: Oberhaupt der Kagyu Sekte und Nummer 3 im tib. Buddhismus. Auch der 17. Karmapa wurde nach seiner offiziellen Anerkennung von der chinesischen Regierung festgenommen. Jedoch durfte er in Tibet bleiben und wurde aber von der Regierung auf Schritt und Tritt verfolgt. Durch ihn wollte die chinesische Regierung ebenfalls die tibetische Bevoelkerung kontrollieren. Im Dezember 1999 gelang ihm aber auf spektakulaerer Weise die Fluecht via Upper Mustang und Nepal nach Indien, wo er zur Zeit als "Gast" in einem von Dalai Lamas Kloster lebt und studiert. Da Moenche der Kagyu Sekte heiraten duerfen, erhaelt der nun 23. jaehrige Karmapa unzaehlige Heiratsantraege. Mehr Infos zu Karmapa gibts auf www.kagyuoffice.org , im Buch "Music in the Sky" von Michelle Martin oder im Buch "Wrestling the Dragon" von Gaby Naher.








